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Bogener Schüler auf dem Wasser - Ein Schulwandertag mit dem Kanu
 
 
Erstmals wurde im Juni 2000 im Rahmen der Projekt– und Fahrtenwoche des Veit-Höser-Gymnasiums Bogen zusammen mit der Klasse 11 a  eine zweitägige Kanutour auf der Naab durchgeführt. 

In Begleitung von vier Lehrkräften haben die 18 Schüler die Naab als ruhigen Wanderfluss, der durch die landschaftlich reizvolle Oberpfalz läuft, mit Begeisterung kennengelernt.

Fehlt hier nicht der Lehrplanbezug?

Eine spezielle Regelung für die Durchführung von Kanutouren mit Schulklassen gibt es nicht. Die Durchführung von Schulfahrten allgemein und speziell von Schulfahrten mit sportlichem Thema sind durch verschiedene kultusministerielle Bestimmungen bzw. durch Fachlehrpläne der einzelnen Sportarten geregelt. Das heißt, die Schulleiter haben eigenverantwortlich zu prüfen, ob auf der Grundlage der Bestimmungen alle Voraussetzungen, z.B. bezüglich der Wahl des Fahrtziels, der Gruppenzusammensetzung, der Qualifikation der begleitenden Lehrkräfte usw. erfüllt sind. (vgl. KWMBl I So.-Nr. 18/1992, S.848 ff.)
 
So bietet diese Tour neben dem sportlichen Aspekt des Kanufahrens viele Möglichkeiten das kooperative Verhalten und somit auch den Teamgeist zu schulen. Zudem wird den Schülern bewusst, dass das Naturerlebnis einen wesentlichen Reiz für den Kanusport darstellt und sie erkennen die Notwendigkeit, auf die Belange des Natur- und Gewässerschutzes Rücksicht zu nehmen.

Gefahren für den Lehrer - Ist der Lehrer abgesichert?

Natürlich bestehen für den verantwortlichen Lehrer genauso viele Risiken wie bei jedem gewöhnlichen Schulausflug oder Wandertag. Zu empfehlen ist der Abschluss einer Reisehaftplicht und –unfallversicherung. Zudem empfiehlt es sich vor Antritt der Fahrt eine von den Eltern unterschriebene Einverständniserklärung einzuholen. Da der Flussverlauf der Naab sehr ruhig ist und auch die einzelnen Wehre mit den entsprechenden Ausstiegsstellen gekennzeichnet sind, ist eine Kanufahrt mit Schülern der neunten bis dreizehnten Jahrgangsstufe relativ ungefährlich. Hierfür spricht auch das Argument, dass  die Schüler z.B. nicht den Gefahren des Straßenverkehrs ausgesetzt sind. Zudem kann der Lehrer die Schüler immer gut überwachen, da diese keine Möglichkeit haben, sich vom Fluss und somit von der Klasse abzusondern.

Die Naab – ein ideales Gewässer für Anfänger

Der Flußverlauf ist ohne fahrtechnische Schwierigkeiten und im Rahmen von zwei Tagen kann man die Landschaft, die Natur und die Sehenswürdigkeiten zwischen Schwandorf und Regensburg genießen. Natürlich eignen sich auch andere Flüsse Bayerns, wie z.B. der Regen oder die Vils für eine Schulwanderung mit dem Kanu.

Die Boote

Die Boote, es handelt sich dabei um Canadier (offene Kanus) mit 3 Sitzplätzen sind aus PE und somit sinksicher und extrem stabil. Gepaddelt werden die Boote mit Blick in Fahrtrichtung und einem Stechpaddel. Um auch das, in Plastikfässer verpackte Material (Kleidung usw.) transportieren zu können, werden jeweils zwei Schüler in einem Boot fahren. Im Rahmen der Kanutour des Veit-Höser-Gymnasiums wurden die Boote vom Kanuverleih Nautilus ausgeliehen. Dieser Verleih bietet für Schulklassen ein spezielles Programm an. Im Preis enthalten ist auch die Ausrüstung: Stechpaddel, Schwimmwesten, Plastikfässer für das Gepäck, Bootswagen, Schöpfkelle und Infomaterial. Weitere Informationen finden sich unter der Internetadresse: http://www.kanu-outdoor.de  (hier können die Boote auch bestellt werden) oder direkt unter der Telefonnummer: Christian Platzeck, 09401/523533.

Der Zeltplatz

Die Klasse 11 a des Veit-Höser-Gymnasiums übernachtete auf dem Jugendzeltplatz Zaar bei Kallmünz. Dieser Platz bietet sich an, da er nur 1 km nördlich von Kallmünz entfernt ist. Somit besteht auch die Möglichkeit die Burgruine von Kallmünz zu besichtigen oder evtl. anfallende Besorgungen im Ort zu erledigen.

Vorschlag für den  zeitlichen Ablauf einer Kanutour:

Erster Tag

 07:00  Busfahrt vom Schulort nach Klardorf-Stegen (südlich von Schwandorf)
 08:30  Ankunft und Übergabe der Boote, Paddel und Schwimmwesten
Sicherheitseinweisung und Trockenübung durch den Bootsverleih
 09:00  Verpacken des Materials und Einsetzen der Boote
 11:00  Erreichen des ersten Wehres (Münchshofen).
 12:30  Erreichen des zweiten Wehres. (Burglengenfeld)
Anschließend Mittagspause. Treffen eines Vertreters des Bundes für Vogelschutz
 14:30  Ende der Mittagspause. Weiterfahrt in Richtung Kallmünz
 16:00  Erreichen des dritten Wehres.(Wiesenwehr)
 17:00  Ankunft am Jugendzeltplatz bei Kallmünz. Aufbauen der Zelte. Abendessen.
 Bei entsprechender Witterung: Sternbeobachtung

Zweiter Tag

 07:00  Frühstück und Verpacken des Materials in die Boote
 07:45  Ornithologischer Exkurs mit einem Vertreter des „Bund für Vogelschutz“
 09:00  Einsetzen der Boote.
 10:00  Erreichen des ersten Wehres (Kallmünz). 
 11:30  Erreichen des zweiten Wehres.(Heitzenhofen)
 13:30  Erreichen des dritten Wehres (Pielenhofen) Mittagspause
 14:30  Weiterfahrt in Richtung Etterzhausen
 16:00  Endziel: Parkplatz in Etterzhausen, in der Nähe der Gaststätte „Zur alten Brücke“. Verladen der Boote
 17:00  Abfahrt mit dem Bus in Richtung Schulort

Vorschlag für eine Checkliste

Zum Verpacken der Ausrüstung für die Kanutour steht jedem Schüler nur ein Plastikfass zur Verfügung. Kleidungsstücke und Schlafsäcke sollten auch extra noch in wasserdichte Plastiktüten verpackt werden.
 
- Verpflegung für 1. Mittagspause
- Plastikteller/-tasse und Besteck
- Feldflasche o.ä. (kein Glas)
- Waschzeug
- Taschenmesser
- Schlafsack
- Isomatte
- Taschenlampe
- Zelt nach Absprache in der Klasse
- Badehose / Badeanzug
- Sonnenschutz / Kopfbedeckung
- Sonnencreme usw.
- Stoffturnschuhe o.ä. die nass werden dürfen
- Ersatzschuhe
- Pflaster, evtl. Medikamente
- 2 x Kleidung zum Wechseln
- Geld für Verpflegung 
- Poncho o.ä.
- Fernglas

Das Gelingen solcher Fahrten und die angenehmen Erinnerungen daran bei allen Beteiligten werden sicherlich den Blick auf zukünftige Unternehmen richten und zu neuem Schaffen motivieren.

Johannes Dieckmann, LASS

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